Jeder Rüdemann und jede Rüdefrau sollte sich zum Ziel setzen, seinen Weimaraner auf jagdlichen Prüfungen zu führen. Es sollte selbstverständlich sein, daß der Hund durch den/die jeweilige/n Führer/in selbst ausgebildet wird. Hierzu bietet die Landesgruppe NRW entsprechende Vorbereitungslehrgänge auf die Prüfung an, in denen die Hunde unter fachkundiger Anleitung durch die Führer/innen selbst ausgebildet wird. Näheres zu diesen Lehrgängen, die immer im Frühjahr beginnen, erfahren Sie bei weimaraner-nrw oder der zuständigen Kreisjägerschaft.

Für kontinentale Vorstehhunde, zu denen auch unsere Weimaraner gehören, gibt es verschiedene Prüfungen.


Die drei wichtigsten Prüfungen für die jagdliche Praxis sind die

Ø Verbandsjugendprüfung - VJP –

Ø Herbstzuchtprüfung - HZP –

Ø Verbandsgebrauchsprüfung - VGP –

Diese Prüfungen werden nach den Ordnungen für Verbandszuchtprüfungen (VZPO) und Verbandsgebrauchsprüfungen (VGPO) des Jagdgebrauchs-hundverband - JGHV – durchgeführt. Hierbei sind nur durch den JGHV bestätigte Verbandsrichter eingesetzt.

Ziel dieser Prüfungen sind die Feststellung der jagdlichen Eignungen unserer Hunde. Außerdem wird durch die erfolgreiche Teilnahme an der HZP und der daran anschließende Prüfung der Zusatzfächer der die Brauchbarkeitsprüfung – BP – die Bestätigung der Brauchbarkeit des Hundes entsprechend den Forderungen des Landesjadggesetz NRW bestätigt. Selbstverständlich ist auch ein Hund mit bestandener VGP als brauchbarer Hund im Sinne des Gesetzgebers anzusehen. Einweitere Vorteil ist, daß die Hunde mit den vorgenannten Prüfungen auf jeden Fall im Rahmen der Jagdhaftpflichtversicherung mit versichert sind.



Die Prüfungsordnungen VZPO und VGPO werden vom Jagdgebrauchshundverband e.V. im Verlag GG. Druck, Dieselstraße 9, 38122 Braunschweig, herausgegeben. Am besten kann man die Prüfungsordnungen jedoch über den Zuchtverein bestellen.

Die BPO NW wurde durch den Landesjagdverband NW veröffentlicht und ist dort, bzw. bei den Kreisjägerschaften zu beziehen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß diese Prüfungsordnungen an den jeweiligen Ständen der Messe Jagd und Hund in Dortmund zu erhalten sind.



Die erste Prüfung im Leben unseres Hundes ist die VJP, auch Jugendsuche genannt. Sinn und Aufgabe dieser Zuchtprüfung ist die Feststellung der natürlichen Anlagen des Junghundes. Die Prüfung darf nur im Frühjahr eines Jahres stattfinden.

Es werden nur Hunde zugelassen, die im Zuchtbuch eines dem JGHV angehörenden Zuchtvereins eingetragen und im vorhergehenden Kalenderjahr gewölft worden sind. Außerdem werden Hunde zugelassen, die bis zu drei Monate älter sind.

Diese und weitere Zulassungsbestimmungen sind in der Ordnung für Verbandszuchtprüfungen (VZPO) festgelegt.

Als Bewertungsgrundlage dienen die festgestellten natürlichen Anlagen des jungen Hundes, die er im Verlauf der Prüfung bei unterschiedlichen Gegebenheiten zeigen kann. Außerdem ist der Gesamteindruck während des gesamten Prüfungsverlaufes zu bewerten. Des weiteren werden die Art des Jagens (spurlaut, sichtlaut, fraglich, stumm, waidlaut) und körperliche Mängel beurteilt.

Geprüft werden:

1. Spurarbeit auf der Hasenspur Fachwertziffer 2

2. Nase Fachwertziffer 2

3. Suche Fachwertziffer 1

4. Vorstehen Fachwertziffer 1

5. Führigkeit Fachwertziffer 1

Für die gezeigten Leistungen werden folgende Prädikate mit Arbeitspunkten vergeben:

hervorragend 12 Punkte (nur für Spurarbeit und Nase möglich)

sehr gut 9 bis 11 Punkte

gut 6 bis 8 Punkte

genügend 3 bis 5 Punkte

mangelhaft 2 bis 1 Punkte

ungenügend 0 Punkte

Da gemäß Prüfungsordnung für die gezeigten Arbeiten die vorgenannten Fachwertziffern als Multiplikator der Arbeitspunkte eingesetzt werden, kann z.B. ein Hund, der durchgehend mit dem Prädikat sehrgut mit 10 Punkten bewertet wurde, maximal 70 Punkte erreichen.

Hunde können die Prüfung nur bestehen, wenn sie in allen Fächern mindestens genügend (3 Punkte)erreicht haben





Die nächste Prüfung im Leben unseres Hundes ist die HZP. Sinn und Aufgabe dieser Zuchtprüfung ist die Feststellung Entwicklung der natürlichen Anlagen des Junghundes im Hinblick auf seine jagdliche Eignung. Hinzu kommen jedoch bereits die ersten Abrichtefächer. Die Ausbildung in der Feld- und Wasserarbeit sollte im Wesentlichen abgeschlossen sein. Diese Prüfung darf nur im Herbst eines Jahres stattfinden.

Es werden nur Hunde zugelassen, die im Zuchtbuch eines dem JGHV angehörenden Zuchtvereins eingetragen und im gleichen oder vorhergehenden Kalenderjahr gewölft worden sind. Außerdem werden Hunde zugelassen, die bis zu drei Monate älter sind.

Diese und weitere Zulassungsbestimmungen sind in der Ordnung für Verbandszuchtprüfungen (VZPO) festgelegt.

Als Bewertungsgrundlage dienen die festgestellten Arbeiten des Hundes, die er im Verlauf der Prüfung bei unterschiedlichen Gegebenheiten zeigen kann. Außerdem ist der Gesamteindruck während des gesamten Prüfungsverlaufes zu bewerten. Des weiteren werden die Art des Jagens (spurlaut, sichtlaut, fraglich, stumm, waidlaut) und körperliche Mängel sowie die Schußfestigkeit im Feld und am Wasser beurteilt.

Geprüft werden:

1. Spurarbeit auf der Hasenspur Fachwertziffer 3

2. Nase Fachwertziffer 3

3. Suche Fachwertziffer 2

4. Vorstehen Fachwertziffer 2

5. Führigkeit Fachwertziffer 2

6. Arbeitsfreude Fachwertziffer 1

7. Wasserarbeit

a) Verlorensuche im

deckungsreichen Gewässer Fachwertziffer 1

b) Stöbern mit Ente im

deckungsreichen Gewässer Fachwertziffer 3

8. Verlorenbringen von Federwild

a) Arbeit am geflügelten Huhn

einschließlich Bringen Fachwertziffer 1

b) Verlorensuchen und

-bringen Fachwertziffer 1

c) Bringen auf der

Schleppe Fachwertziffer 1

9. Haarwildschleppe Fachwertziffer 1

10. Art des Bringens

a) Hase oder Kanin

b) Ente Fachwertziffer 1

c) Federwild

11. Gehorsam Fachwertziffer 1

Für die gezeigten Leistungen werden folgende Prädikate mit Arbeitspunkten vergeben:

hervorragend 12 Punkte (nur für Spurarbeit und Nase möglich)

sehrgut 9 bis 11 Punkte

gut 6 bis 8 Punkte

genügend 3 bis 5 Punkte

mangelhaft 2 bis 1 Punkte

ungenügend 0 Punkte

Da gemäß Prüfungsordnung für die gezeigten Arbeiten die vorgenannten Fachwertziffern als Multiplikator der Arbeitspunkte eingesetzt werden, kann z.B. ein Hund, der durchgehend mit dem Prädikat sehrgut mit 10 Punkten bewertet wurde, maximal 180 Punkte erreichen, da bei der HZP die Prüfung meistens ohne Hasenspur ausgeschrieben ist und für das Verlorenbringen von Federwild nur eine Arbeit gezeigt werden muß.

Auch bei dieser Prüfung gibt es Kriterien gemäß Prüfungsordnung, die einen Ausschluß von der Prüfung oder auch ein Nichtbestehen der Prüfung regeln. Diese können jedoch an dieser Stelle nicht alle aufgezählt werden. Jeder Prüfungsteilnehmer sollte daher im Besitz der Prüfungsordnung VZPO sein.

Im Anschluß an die bestandene HZP kann durch die Prüfung der Zusatzfächer der Brauchbarkeitsprüfung (BP) eine Bestätigung der Brauchbarkeit des Hundes im jagdlichen Einsatz erteilt werden.









Die VGP ist die sogenannte Meisterprüfung des fertigen Jagdgebrauchs-hundes. Zu dieser Prüfung werden nur Hunde zugelassen, die im Zuchtbuch eines dem JGHV angehörenden Zuchtvereins eingetragen sind.

Diese und weitere Zulassungsbestimmungen sind in der Ordnung für Verbandsgebrauchsprüfungen (VGPO) festgelegt. Als Zweck dieser Prüfung ist die Feststellung der Brauchbarkeit der für den vielseitigen Jagdbetrieb (Feld-, Wald-, Wasserarbeit) bestimmten Jagdhund. Weimaraner Klub e.V. Landesgruppe NRW

Neben den nachstehend dargestellten Prädikaten werden auf der VGP I., II. und III. Preise vergeben. Die Erteilung der Preise richtet sich nach bestimmten Leistungen und Mindestpunktzahlen gemäß VGPO, die im Verlauf der Prüfung erreicht werden. Hunde, die einen dieser Preise erhalten, werden in das Deutsche Gebrauchshundestammbuch (DGStB) eingetragen und erhalten eine Stammbuchnummer.

Als Bewertungsgrundlage dienen die festgestellten Arbeiten des Hundes, die er im Verlauf der Prüfung bei unterschiedlichen Gegebenheiten zeigen kann. Außerdem ist der Gesamteindruck während des gesamten Prüfungsverlaufes zu bewerten. Des weiteren werden die Art des Jagens (spurlaut, sichtlaut, fraglich, stumm, waidlaut) und körperliche Mängel sowie die Schußfestigkeit im Feld und am Wasser beurteilt.

Geprüft werden:

I. Waldarbeit

1. Riemenarbeit - Übernachtfährte Fachwertziffer 8

Riemenarbeit – Tagfährte Fachwertziffer 5

Totverbellen (zusätzlich) Fachwertziffer 4

Totverweisen (zusätzlich) Fachwertziffer 3

2. Bringen von Fuchs über Hindernis Fachwertziffer 3

3. Fuchsschleppe Fachwertziffer 5

4. Bringen von Fuchs auf der Schleppe Fachwertziffer 2

5. Hasen- oder Kaninchenschleppe Fachwertziffer 4

6. Bringen von Hase oder Kaninchen Fachwertziffer 2

7. Stöbern Fachwertziffer 4

8. Buschieren Fachwertziffer 3



II. Wasserarbeit

1. Stöbern ohne Ente im deckungsreichen Gewässer Fachwertziffer 3

2. Schußfestigkeit nicht bewertet

3. Verlorensuchen im deckungsreichen Gewässer Fachwertziffer 3

4. Stöbern mit Ente im deckungsreichen Gewässer Fachwertziffer 3

5. Bringen von Ente Fachwertziffer 2



III. Feldarbeit

1. Nasengebrauch Fachwertziffer 6

2. Suche Fachwertziffer 4

3. Vorstehen Fachwertziffer 4

4. Manieren am Wild und Nachziehen Fachwertziffer 3

5. Verlorensuchen von Federwild

a1) Arbeit am geflügelten Huhn oder Fasan Fachwertziffer 4

a2) oder Federwildschleppe Fachwertziffer 3

b1) Freies Verlorensuchen eines frisch

geschossenen Stückes Federwild, dessen

Fallen der Hund nicht eräugte Fachwertziffer 3

b2) oder freies Verlorensuchen eines

ausgelegten Stückes Federwild Fachwertziffer 3

6. Bringen von Federwild Fachwertziffer 2



VI. Gehorsam

1. Allgemeines Verhalten, Gehorsam Fachwertziffer 3

2. Verhalten auf dem Stand Fachwertziffer 2

3. Leinenführigkeit Fachwertziffer 1

4. Folgen frei bei Fuß Fachwertziffer 2

5. Ablegen Fachwertziffer 2

6. Benehmen vor eräugtem Federwild Fachwertziffer 2

7. Benehmen vor eräugtem Haarwild Fachwertziffer 3

8. Schußruhe Fachwertziffer 2

Für die gezeigten Leistungen werden folgende Prädikate mit Leistungsziffern vergeben:

hervorragend 4 h (nicht für Schleppen, Bring- und Gehorsamsfächer)

sehr gut 4

gut 3

genügend 2

mangelhaft 1

ungenügend 0

Da gemäß Prüfungsordnung für die gezeigten Arbeiten die vorgenannten Fachwertziffern als Multiplikator der Arbeitspunkte eingesetzt werden, kann z.B. ein Hund, der durchgehend mit dem Prädikat sehr gut mit der Leistungsziffer 4 bewertet wurde, maximal 340 Punkte im I. Preis erreichen. Zusatzpunkte für Totverbellen und –verweisen können noch mit 16 bzw. 12 Punkten hinzu kommen.

Auch bei dieser Prüfung gibt es Kriterien gemäß Prüfungsordnung, die einen Ausschluß von der Prüfung oder auch ein Nichtbestehen der Prüfung regeln. Diese können jedoch an dieser Stelle nicht all e aufgezählt werden. Jeder Prüfungsteilnehmer sollte daher im Besitz der Prüfungsordnung VGPO sein.



Jede/r Führer/in versteht seinen Hund erst dann und bildet mit ihm eine jagdliche Einheit, wenn sie/er mit ihm die Vorbereitung einer VGP mit anschließender Prüfung erlebt und erlitten hat. Dies kann ich aus eigener Erfahrung nur unterstreichen.











Nach dem Landesjagdgesetz Nordrhein-Westfalen (LJG NW) sind bei Such- Drück- und Treibjagd, bei jeder Jagdart auf Schnepfen und Wasserwild sowie bei jeder Nachsuche auf Schalenwild brauchbare Jagdhunde zu verwenden.

Zur Durchführung von Brauchbarkeitsprüfungen wurden die „Richtlinien zur Feststellung der Brauchbarkeit von Jagdhunden“ im Land Nordrhein-Westfalen (BPO NW) erlassen.
Hierin wird geregelt, daß Brauchbarkeitsprüfungen grundsätzlich nur von Kreisjägerschaften des Landerjagdverband Nordrhein-Westfalen ( LJV NW) durchgeführt werden dürfen. Es ist jedoch möglich, mit der Durchführung der Prüfung einen Verein zu beauftragen, der dem Jagdgebrauchshundverband (JGHV) angeschlossen ist. Somit kann der Weimaraner Klub gleichfalls Brauchbarkeitsprüfungen abhalten.

Diese Prüfungen erstrecken sich jedoch in der Regel auf die Prüfung der Zusatzfächer gemäß vorgenannter Richtlinie im Anschluß an eine bestandene Herbstzuchtprüfung (HZP).

Hierbei werden folgende Fächer, für die Nachsuche auf Niederwild (außer Rehwild) geprüft:

1. Allgemeiner Gehorsam
2. Verhalten auf dem Stand
3. Leinenführigkeit
4. Freiverlorensuche und Bringen von Federwild

Weiterhin muß zum Bestehen der Brauchbarkeitsprüfung auf der Haarwildschleppe während der HZP das gefundene Stück nach einmaligem Kommando gebracht werden.

Bei der Prüfung sind, ebenso wie bei den Prüfungen des JGHV drei Verbandsrichter in einer Gruppe einzusetzen.

Bei allen Fächern müssen mindestens genügende Leistungen erbracht werden. Prädikate werden nicht vergeben sondern lediglich die Bescheinigung der bestandenen Prüfung erteilt.

Claus Koch-Frevel