Morgens im Garten

von Brigitte Neuschäfer

Freitag in aller Frühe im Garten: Herrlich ist es jetzt draußen, noch angenehm kühl, eine Brise weht aus Nordost. Die Blüten an den Zucchini haben sich über Nacht weit geöffnet: sattes Grün, leuchtendes Gelb - schön. Auch die Weimaraner genießen die Gartenfrische, im Übermut beginnen sie, in der Wiese zu graben. Kurzer Doppel-Pfiff. Heißt: Lasst das! Hierher! Beide traben an, Ambro etwas eifriger als Aura. Er macht Sitz, hält mir seine Schnauze entgegen. Drin steckt ein schwarzes Etwas. Das lässt er vorsichtig in die hingestreckte Hand fallen - braver Jagdhund, gut apportiert. Nur ist nicht wirklich jagdbares Wild, was Ambro da rangeschafft hat. Vielmehr ein Maulwurf mit schwarzglänzendem Fell, jung offenbar noch. Ein possierliches Tier, sichtlich bis ins Herz erschrocken, körperlich aber unversehrt. Der schöne Morgen stimmt milde, lassen wir das hübsche Tier sein Untergrund-Leben genießen. Ambro schaut zwar perplex, doch setze ich *Maxi"
abseits im Garten aus - husch, weg ist er. *Maxi" habe ich ihn genannt, weil *Maximilian" für den Winzling zu lang erschien. Nun wird er natürlich noch wachsen - und mit ihm wachsen mutmaßlich die Erdhaufen in meinem Garten.
Sei's drum, taucht wieder ein neuer auf, wissen wir immerhin: Da ist nicht irgendein Schurke am Werk, da wühlt *unser Maxi". Stimmt irgendwie versöhnlich.