Von Brigitte Neuschäfer
Zwei Wochen lang war er aushäusig, der männliche Teil der Familie. Der Mann, an dem ich Wohlgefallen finde, und sein Weimaraner Ambro verbrachten Urlaub in Holland, während Hündin Aura und ich die Ruhe zu Hause genossen. Am Sonntag dann die (streng unter uns gesagt) inzwischen durchaus ersehnte Rückkehr von Herr und Hund. Und wie sprach der Herr beim Eintritt ins Haus?
„Komisch, ist irgendwie so leer hier.” Meine Antwort schien er zu überhören: „Nicht leer. Nur aufgeräumt!” Wie auch immer - besagter Zustand war schon innerhalb kürzester Frist beendet. Seither weiß ich wieder, dass ich die beiden Schuhe, die sich eigentlich zu einem Paar zusammenfügen sollen, Sinnvollerweise getrennt voneinander suche. Einer wird sich höchstwahrscheinlich im Schlafzimmer finden, der zweite in Ambros Korb. Und wenn der eine Gartenstiefel noch friedlich im Flur des nächsten Einsatzes harrt, wird der zweite mutmaßlich auf dem Sofa liegen, wahlweise auch darunter.
Ambro, so ist dazu zu sagen, ist ein begnadeter Schuh-Apporteur. Und weil das Apportieren auch sonst zu den großen Leidenschaften des Weimaraners gehört, belässt er‘s nicht unbedingt bei Schuhen. Was, nur 24 Stunden nach seiner glücklichen Heimkehr, einen zumindest aus Sicht seiner Herrn zweifelsfrei erfreulichen Nebeneffekt hat: „Leer” sieht‘s nun wirklich nicht mehr aus im Haus.