Den Schalk im Nacken



Von Brigitte Neuschäfer
Diesmal ist sie zu weit gegangen. Wobei ich genau genommen gar nicht weiß, ob sie wirklich eine Sie ist oder vielleicht doch eher ein Er. Im Zweifelsfall ist sie ein Es: es, das Eichhörnchen. Das hat den Schalk im Nacken - und seinen Wohnsitz in unserem Garten genommen.
Zuerst hat es in räuberischer Absicht die Haselnüsse am Strauch in der Wildhecke allein für sich in Sicherheit gebracht. War einfach schneller als ich. Dann fügte es die im Wald gesammelten Bucheckern, fahrlässig draußen auf dem Gartentisch zurückgelassen, seinen gut versteckten Wintervorräten hinzu. Und schließlich begann das flinke Tier, die Weimaraner zu necken:
Flitzte unmittelbar vor Ambos und Auras Spürnasen hin und her und kurz, bevor sie zuschnappen konnten, die alte Kastanie vorm Haus hinauf. Folge war ein Zusammenstoß beider Hunde, begleitet von beträchtlichem Gejaule und dem selbstredend kläglich gescheiterten Versuch, den alten Baum ebenfalls zu erklimmen. Aus luftiger Höhe prasselten die Kastanien auf Hunde und Mensch herunter.
Nettes ländlich-bergisches Idyll, in dem Weimaraner versuchen, auf Bäume zu klettern und Eichhörnchen mit Kastanien um sich werfen.